Unabhängiger Vergleich, keine ApothekeKonditionen Stand 10/2026
Preisvergleich

Medikamente-Preisvergleich: in fünf Schritten zum günstigsten Endpreis

Wie Sie rezeptfreie Arzneimittel über die Pharmazentralnummer vergleichen und warum der Endpreis mit Versand mehr zählt als der Rabatt.

Wer häufiger rezeptfreie Arzneimittel, Nahrungsergänzungsmittel oder Pflegeprodukte kauft, kann über einen sauberen Preisvergleich spürbar sparen. Zwischen Versandapotheken, aber auch zwischen Versand- und Vor-Ort-Apotheke liegen bei derselben Packung oft mehrere Euro. Damit der Vergleich wirklich stimmt, brauchen Sie drei Dinge: die richtige Nummer, den Endpreis und einen kurzen Blick auf Alternativen.

Welche Preise frei sind und welche nicht

In Deutschland gibt es zwei Preiswelten. Verschreibungspflichtige Arzneimittel haben einen einheitlichen Abgabepreis, der sich aus der Arzneimittelpreisverordnung ergibt. Ob Sie ein Rezept in der Apotheke um die Ecke oder bei einer Versandapotheke einlösen, an der Kasse zahlen gesetzlich Versicherte in der Regel nur die gesetzliche Zuzahlung. Rezeptfreie Arzneimittel, also apothekenpflichtige und freiverkäufliche Mittel, haben dagegen seit 2004 keinen festen Preis mehr. Jede Apotheke legt ihn selbst fest. Hier lohnt der Vergleich.

ProduktgruppePreisVergleich lohnt?
Verschreibungspflichtige Arzneimitteleinheitlicher Abgabepreisnein, nur Service und Lieferzeit
Apothekenpflichtige Arzneimittel ohne Rezeptfrei kalkuliertja
Freiverkäufliche Arzneimittelfrei kalkuliertja
Nahrungsergänzung, Kosmetik, Medizinproduktefrei kalkuliertja, oft große Spannen

Schritt für Schritt zum günstigsten Endpreis

  1. PZN notieren. Die Pharmazentralnummer steht auf der Packung und in jedem Shop. Sie verhindert, dass Sie versehentlich eine kleinere Packung oder eine andere Darreichungsform vergleichen, etwa Brausetabletten statt Filmtabletten.
  2. Alle Produkte des Warenkorbs erfassen. Einzelpreise sagen wenig, wenn Sie mehrere Dinge brauchen. Ein Shop kann beim einen Produkt günstiger und beim anderen teurer sein.
  3. Versand dazurechnen. Unterhalb der Freigrenze kommen je nach Anbieter rund 3,50 € bis 4 € dazu. Die geprüften Werte stehen im Vergleich der Versandapotheken.
  4. Gutschein prüfen. Ein Code verändert die Rechnung nur, wenn Sie seinen Mindestbestellwert ohnehin erreichen. Was Gutscheine ausschließen, erklärt die Gutscheinübersicht.
  5. Gegenprobe machen. Vergleichen Sie den Endpreis mit mindestens einem zweiten Shop und, bei dringendem Bedarf, mit der Apotheke vor Ort.

Ein Rechenbeispiel

Angenommen, Sie brauchen ein Nasenspray und eine Packung Schmerztabletten. Shop A verlangt 6,20 € und 4,10 €, Shop B 5,60 € und 4,90 €. Ohne Versand liegen beide fast gleichauf: 10,30 € gegenüber 10,50 €. Kostet der Versand bei Shop A 3,99 € und bei Shop B 3,49 €, ist Shop B mit 13,99 € am Ende günstiger als Shop A mit 14,29 €. Kommt eine dritte Packung hinzu, die den Warenkorb über die Freigrenze hebt, kann sich das Bild wieder umkehren. Die Preise im Beispiel sind frei gewählt und sollen nur die Rechnung zeigen.

Typische Denkfehler

Rabatt gegenüber AVP oder UVP. Viele Shops zeigen einen durchgestrichenen Apothekenverkaufspreis und einen Rabatt von 30, 40 oder mehr Prozent. Der AVP ist ein Vergleichswert, kein Preis, den Kundinnen und Kunden irgendwo tatsächlich zahlen müssen. Vergleichen Sie Endpreise, nicht Prozentzahlen.

Großpackung ohne Bedarf. Große Packungen haben oft einen niedrigeren Preis pro Stück. Das lohnt sich nur, wenn Sie die Menge vor dem Verfalldatum wirklich brauchen. Medikamente, die abgelaufen im Schrank liegen, sind kein Schnäppchen.

Original oder Generikum. Generika enthalten denselben Wirkstoff in derselben Dosis wie das Originalpräparat und sind meist deutlich günstiger. Hilfsstoffe, Form und Geschmack können sich unterscheiden. Ob ein Wechsel für Sie sinnvoll ist, klären Sie im Zweifel in der Apotheke.

Nur der Preis zählt. Für Mittel, die Sie heute brauchen, ist die Apotheke vor Ort oft die bessere Wahl, auch wenn sie etwas mehr kostet. Bei Unsicherheit über Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten ist eine persönliche Beratung ohnehin wichtiger als ein Euro Ersparnis.

Preisvergleichsportale richtig nutzen

Preisvergleichsportale für Apothekenprodukte listen die Angebote vieler Versandapotheken nebeneinander. Achten Sie darauf, ob die angezeigten Preise den Versand enthalten und wie aktuell sie sind. Manche Portale zeigen Angebote nur von Shops, die für die Listung zahlen. Prüfen Sie den günstigsten Treffer deshalb immer noch einmal direkt im Shop, bevor Sie bestellen, und achten Sie auf das EU-Sicherheitslogo.

Sicherheit beim Sparen

Medikamente sollten Sie nur bei Apotheken kaufen, die zum Versand nach Deutschland berechtigt sind. Auf Marktplätzen und in sozialen Netzwerken werden auch Fälschungen verkauft. Das EU-Sicherheitslogo und der Eintrag im Versandhandelsregister beim BfArM zeigen, dass ein Shop als Apotheke registriert ist. Mehr dazu im Ratgeber Versandapotheken.

Hinweis: Die Seiten in diesem Bereich vergleichen Preise und Bezugswege. Sie ersetzen keine Beratung zur Anwendung. Lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie bei Unsicherheiten Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder in Ihrer Apotheke.

In diesem Bereich

Alle Themen zu Preisvergleich

Häufige Fragen

Fragen und Antworten

Was ist die PZN?
Die Pharmazentralnummer ist eine achtstellige Nummer, die ein Arzneimittel oder Apothekenprodukt in einer bestimmten Packungsgröße eindeutig kennzeichnet. Sie steht auf der Packung, meist neben dem Strichcode, und in jedem Onlineshop auf der Produktseite.
Warum sind rezeptfreie Medikamente online oft günstiger?
Seit 2004 sind die Preise für nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel in Deutschland frei. Versandapotheken kalkulieren mit großen Mengen und geringeren Kosten pro Bestellung und geben einen Teil davon als niedrigeren Preis weiter.
Was bedeuten AVP und UVP in Onlineshops?
AVP steht für Apothekenverkaufspreis, UVP für unverbindliche Preisempfehlung. Beide sind Vergleichswerte, keine tatsächlich gezahlten Preise. Ein hoher Rabatt gegenüber AVP oder UVP sagt deshalb wenig darüber aus, ob ein Shop günstiger ist als ein anderer.
Lohnt sich ein Preisvergleich bei Rezepten?
Nicht beim Preis. Verschreibungspflichtige Arzneimittel haben einen einheitlichen Abgabepreis, gesetzlich Versicherte zahlen die gesetzliche Zuzahlung. Vergleichen lassen sich hier nur Lieferzeit, E-Rezept-Weg und Service.

Zuletzt überarbeitet am 26. Oktober 2026. Die Inhalte dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Fehler entdeckt? Hinweis an die Redaktion.