Unabhängiger Vergleich, keine ApothekeKonditionen Stand 10/2026
Ratgeber

Versandapotheken: alles Wichtige zu Bestellung, Versand und Recht

Was eine Versandapotheke darf, wie die Bestellung abläuft und woran Sie einen seriösen Anbieter erkennen.

Eine Versandapotheke ist kein Onlineshop wie jeder andere. Hinter jedem legalen Anbieter steht eine reguläre Apotheke mit Apothekerinnen und Apothekern, die für die Abgabe der Arzneimittel verantwortlich sind. Diese Seite erklärt, was eine Versandapotheke darf, wie die Bestellung abläuft und wo die Grenzen des Versandhandels liegen.

Was eine Versandapotheke ist

Seit dem 1. Januar 2004 dürfen Apotheken in Deutschland Arzneimittel verschicken. Dafür brauchen sie zusätzlich zur Betriebserlaubnis eine behördliche Versanderlaubnis. Voraussetzung ist eine Präsenzapotheke: Eine reine Versandapotheke ohne Offizin ist nach deutschem Recht nicht vorgesehen. Die Anforderungen an Lagerung, Prüfung und Beratung gelten im Versand genauso wie in der Apotheke vor Ort.

Neben deutschen Apotheken liefern auch Versandapotheken aus anderen EU-Staaten nach Deutschland. Sie müssen in ihrem Land als Apotheke zugelassen sein und die Voraussetzungen erfüllen, die für den Versand nach Deutschland gelten. Mehrere bekannte Anbieter für deutsche Kundinnen und Kunden haben ihren Sitz in den Niederlanden.

Seriöse Anbieter erkennen

Prüfliste vor der ersten Bestellung

  • EU-Sicherheitslogo auf jeder Seite, Klick führt zum Register beim BfArM
  • Vollständiges Impressum mit Apothekenname, Anschrift und verantwortlicher Apothekerin oder verantwortlichem Apotheker
  • Angabe der zuständigen Aufsichtsbehörde
  • Verschreibungspflichtige Mittel nur gegen Rezept
  • Pharmazeutische Beratung per Telefon oder Chat

Das EU-Sicherheitslogo zeigt die Flagge des Landes, in dem die Apotheke registriert ist. Entscheidend ist der Link dahinter: Er muss auf das offizielle Register führen, in Deutschland auf das Versandhandelsregister beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte. Ein Logo ohne funktionierenden Link oder mit Verweis auf eine andere Seite ist ein Warnzeichen. Fälscher kopieren gern das Aussehen bekannter Shops, scheitern aber am Registereintrag.

So läuft eine Bestellung ab

Ohne Rezept. Rezeptfreie Arzneimittel, Pflegeprodukte und Nahrungsergänzung legen Sie wie in jedem Shop in den Warenkorb. Bei apothekenpflichtigen Mitteln fragen manche Apotheken bei größeren Mengen nach, um Missbrauch zu verhindern. Unterhalb einer Freigrenze fallen Versandkosten an, die geprüften Werte stehen im Vergleich.

Mit E-Rezept. Das E-Rezept liegt auf einem zentralen Server. Sie leiten es in der App der Versandapotheke weiter, entweder durch Auflegen der Gesundheitskarte (CardLink), über die E-Rezept-App der gematik oder durch Scannen des Codes auf dem Ausdruck aus der Praxis. Die Apotheke prüft die Verordnung und verschickt das Medikament.

Mit Papierrezept. Privatrezepte und manche Sonderrezepte gibt es weiter auf Papier. Sie schicken das Original per Post an die Versandapotheke, viele stellen dafür Freiumschläge bereit. Das dauert länger, weil das Rezept erst ankommen muss.

Kosten bei Rezepten

Für verschreibungspflichtige Arzneimittel gilt ein einheitlicher Abgabepreis. Gesetzlich Versicherte zahlen die gesetzliche Zuzahlung: zehn Prozent des Preises, mindestens 5 € und höchstens 10 €, aber nie mehr als das Mittel kostet. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sind von der Zuzahlung befreit. Wer die Belastungsgrenze von zwei Prozent der jährlichen Bruttoeinnahmen zum Lebensunterhalt erreicht, bei chronisch Kranken ein Prozent, kann sich bei der Krankenkasse für den Rest des Jahres befreien lassen.

Versandapotheken mit Sitz im EU-Ausland haben in der Vergangenheit mit Boni auf Rezepte geworben. Der Bundesgerichtshof hat im Juli 2025 entschieden, dass die deutsche Preisbindung für solche Anbieter in einem früheren Zeitraum nicht anwendbar war. Ob Boni auf Kassenrezepte nach dem heute geltenden Sozialrecht zulässig sind, ist umstritten. Ein Bonus sollte deshalb nie der Grund sein, auf eine notwendige Beratung zu verzichten.

Lieferung, Kühlware und dringende Fälle

Vorrätige Ware kommt meist innerhalb von ein bis drei Werktagen. Einige große Anbieter liefern in ausgewählten Städten auch am selben Tag, meist gegen Aufpreis. Kühlpflichtige Arzneimittel, etwa bestimmte Insuline oder Impfstoffe, verschicken viele Versandapotheken in Kühlverpackungen. Achten Sie darauf, dass jemand das Paket annehmen kann, und legen Sie es sofort in den Kühlschrank.

Für Antibiotika bei einer akuten Infektion, Schmerzmittel nach einem Eingriff oder andere Mittel, die heute gebraucht werden, ist der Versand zu langsam. Hier ist die Apotheke vor Ort die richtige Adresse, nachts und am Wochenende die Notdienstapotheke.

Rückgabe und Widerruf

Im Onlinehandel gilt grundsätzlich ein Widerrufsrecht von 14 Tagen. Bei Arzneimitteln ist es häufig eingeschränkt, weil versiegelte Ware aus Gründen des Gesundheitsschutzes nach dem Öffnen nicht zurückgenommen werden muss und zurückgeschickte Arzneimittel von der Apotheke nicht erneut abgegeben werden dürfen. Die genauen Regeln stehen in den AGB des Shops. Ist eine Lieferung beschädigt oder falsch, melden Sie das sofort beim Kundendienst.

Datenschutz

Gesundheitsdaten sind besonders geschützt. Seriöse Versandapotheken erklären in ihrer Datenschutzerklärung, welche Daten sie für die Abrechnung und die pharmazeutische Prüfung speichern und wie lange. Prüfen Sie bei Apps, welche Berechtigungen sie verlangen, und nutzen Sie für das Kundenkonto ein eigenes, sicheres Passwort.

Für wen sich der Versand lohnt

Versandapotheken eignen sich besonders für planbaren Bedarf: Dauermedikation mit E-Rezept, Vorräte für die Hausapotheke, Pflegeprodukte und Nahrungsergänzung. Wer auf dem Land wohnt oder wenig mobil ist, profitiert von der Lieferung nach Hause. Weniger geeignet ist der Versand für akute Beschwerden und für alle, die eine persönliche Beratung brauchen. Wie Sie Anbieter untereinander vergleichen, zeigt der Online-Apotheken-Test, wie Sie bei rezeptfreien Produkten den günstigsten Preis finden, der Medikamente-Preisvergleich.

Häufige Fragen

Fragen und Antworten

Seit wann gibt es Versandapotheken in Deutschland?
Der Versandhandel mit Arzneimitteln ist in Deutschland seit dem 1. Januar 2004 erlaubt. Vorher durften Apotheken Arzneimittel nur in der Offizin abgeben.
Dürfen Versandapotheken aus den Niederlanden nach Deutschland liefern?
Ja, wenn sie in ihrem Land als Apotheke zugelassen sind und die Anforderungen für den Versand nach Deutschland erfüllen. Mehrere große Anbieter für den deutschen Markt haben ihren Sitz in den Niederlanden.
Wie lange dauert die Lieferung?
Bei vorrätiger Ware meist ein bis drei Werktage. Bei Rezepten kommt die Zeit hinzu, bis das Rezept bei der Apotheke vorliegt. Mit dem E-Rezept entfällt der Postweg, deshalb geht es damit in der Regel schneller als mit einem eingeschickten Papierrezept.
Werden kühlpflichtige Medikamente verschickt?
Viele Versandapotheken verschicken kühlpflichtige Arzneimittel in speziellen Kühlverpackungen. Nicht jeder Anbieter tut das, und manchmal gelten Einschränkungen bei der Lieferadresse oder am Wochenende. Wenn ein Mittel sofort gebraucht wird, ist die Apotheke vor Ort die sicherere Wahl.

Zuletzt überarbeitet am 26. Oktober 2026. Die Inhalte dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Fehler entdeckt? Hinweis an die Redaktion.