Unabhängiger Vergleich, keine ApothekeKonditionen Stand 10/2026
Ratgeber

Seriöse Online-Apotheke erkennen: EU-Sicherheitslogo und Versandhandelsregister

In drei Minuten prüfen, ob ein Medikamenten-Shop eine echte Apotheke ist: EU-Sicherheitslogo, Registereintrag, Impressum und typische Warnzeichen.

Eine seriöse Online-Apotheke erkennen Sie in drei Schritten: Sie klicken auf das EU-Sicherheitslogo, prüfen, ob es zum offiziellen Register führt und der Shop dort eingetragen ist, und kontrollieren das Impressum. Legale Versandapotheken bestehen diese Prüfung ohne Mühe. Fake-Shops scheitern meist schon am ersten Schritt. Diese Seite zeigt die Prüfung im Detail und nennt die Warnzeichen, bei denen Sie nicht bestellen sollten.

Warum die Prüfung wichtig ist

Arzneimittel aus unseriösen Quellen sind ein Gesundheitsrisiko. Gefälschte Medikamente können zu wenig, zu viel oder gar keinen Wirkstoff enthalten, falsche Stoffe oder Verunreinigungen. Von außen sieht man das einer Tablette nicht an. Besonders häufig betroffen sind Mittel, die Menschen ungern beim Arzt ansprechen oder die ohne Rezept nicht zu bekommen sind, etwa Potenzmittel, Schlankheitsmittel oder Präparate zum Muskelaufbau.

Hinzu kommt das finanzielle Risiko: Fake-Shops kassieren Vorkasse und liefern nie, oder sie nutzen eingegebene Zahlungsdaten missbräuchlich.

Schritt 1: Das EU-Sicherheitslogo anklicken

Seit dem 1. Juli 2015 müssen alle legalen Versandapotheken in der EU ein einheitliches Sicherheitslogo auf ihrer Website zeigen. Auf dem Logo ist die Flagge des Landes zu sehen, in dem die Apotheke registriert ist.

Das Logo allein beweist nichts, denn ein Bild lässt sich kopieren. Klicken Sie darauf. Es muss Sie auf das offizielle Register der zuständigen Behörde weiterleiten:

  • Bei Apotheken in Deutschland auf das Versandhandelsregister beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM).
  • Bei Apotheken in anderen EU-Staaten auf das Register der dortigen Behörde. Die Flagge im Logo zeigt, welches Land zuständig ist.

Schritt 2: Den Registereintrag prüfen

Im Register muss die Apotheke mit Namen, Anschrift und genau der Internetadresse stehen, auf der Sie bestellen wollen. Achten Sie besonders auf die Domain. Fälscher registrieren gern Adressen, die bekannten Shops ähneln, mit vertauschten Buchstaben, zusätzlichen Bindestrichen oder einer anderen Endung.

Steht im Register eine andere Adresse oder führt der Link auf eine Seite, die nur so aussieht wie ein Register, ist der Shop nicht seriös. Wer ganz sicher gehen will, ruft das Register nicht über den Shop auf, sondern direkt über die Website des BfArM oder der zuständigen Behörde.

Schritt 3: Impressum und Kontakt lesen

Das gehört ins Impressum einer Versandapotheke

  • Name der Apotheke und vollständige Anschrift, kein Postfach
  • Name der verantwortlichen Apothekerin oder des verantwortlichen Apothekers
  • Zuständige Aufsichtsbehörde und zuständige Apothekerkammer
  • Telefonnummer und E-Mail-Adresse für Rückfragen
  • Bei Unternehmen Handelsregister und Umsatzsteuer-Identifikationsnummer

Fehlt das Impressum oder steht dort nur eine Firma ohne Bezug zu einer Apotheke, sollten Sie nicht bestellen. Ein seriöser Anbieter bietet außerdem eine pharmazeutische Beratung an, meist telefonisch.

Der Kurz-Check vor jeder ersten Bestellung

  1. EU-Sicherheitslogo suchen und anklicken.
  2. Prüfen, ob die Seite dahinter wirklich das offizielle Register ist.
  3. Im Register Name und Internetadresse des Shops vergleichen.
  4. Impressum mit verantwortlicher Apothekerin oder verantwortlichem Apotheker lesen.
  5. Kontrollieren, ob verschreibungspflichtige Mittel nur mit Rezept angeboten werden.

Fünf Punkte, wenige Minuten: Wer diese Prüfung einmal pro neuem Shop macht, schließt die meisten Fälschungen aus.

Welche Versandapotheken aus dem Ausland liefern dürfen

Neben deutschen Apotheken dürfen auch Apotheken aus anderen EU-Staaten Arzneimittel nach Deutschland verschicken, aber nur aus Ländern, deren Sicherheitsstandards das Bundesgesundheitsministerium als vergleichbar eingestuft hat. Nach Fachberichten stehen auf dieser Liste derzeit die Niederlande (für Versandapotheken, die auch eine Präsenzapotheke betreiben), Schweden (nur für verschreibungspflichtige Mittel), Tschechien (nur für rezeptfreie Mittel) und Island. Shops aus Staaten außerhalb von EU und Europäischem Wirtschaftsraum dürfen Arzneimittel nicht an Privatpersonen in Deutschland verschicken.

Was beim Bestellen im Ausland gilt und was der Zoll mit solchen Sendungen macht, erklärt der Ratgeber Medikamente aus dem Ausland bestellen.

Warnzeichen für Fake-Shops

WarnzeichenWarum es verdächtig ist
Verschreibungspflichtige Mittel ohne RezeptLegale Apotheken geben sie nur gegen ärztliche Verordnung ab.
„Online-Rezept“ per kurzem Fragebogen ohne erkennbare Ärztin oder ArztSeriöse Telemedizin nennt die behandelnden Ärzte und ihre Zulassung.
Preise weit unter dem MarktniveauBei Markenmedikamenten ist ein Bruchteil des üblichen Preises nicht plausibel.
EU-Logo ohne Link oder mit Link auf eine Unterseite des ShopsDas Logo ist dann nur ein Bild ohne Nachweis.
Zahlung nur per Vorkasse, Kryptowährung oder BargeldtransferDiese Wege sind kaum rückholbar.
Werbung über Spam-Mails, Messenger oder Pop-upsSeriöse Apotheken verschicken keine unaufgeforderten Angebote für Rx-Mittel.
Fehlerhafte Texte, keine deutsche Telefonnummer, nur KontaktformularHinweis auf eine schnell aufgesetzte Seite ohne echten Betrieb.
„Diskreter Versand aus Übersee“, Lieferung aus Asien oder IndienVersand aus Drittstaaten an Privatpersonen ist nicht erlaubt.

Ein einzelnes Warnzeichen kann harmlos sein, etwa ein Tippfehler. Kommen mehrere zusammen oder fehlt der Registereintrag, ist der Shop keine Option. Die Verbraucherzentralen bieten außerdem einen Fakeshop-Finder an, der Websites auf typische Merkmale prüft.

Typische Maschen

Fake-Shops arbeiten mit wiederkehrenden Mustern. Wer sie kennt, erkennt sie schneller:

  • Kopierte Markenshops. Logo, Farben und Aufbau einer bekannten Versandapotheke werden nachgebaut, die Adresse unterscheidet sich nur in einem Detail. Prüfen Sie die Adresszeile im Browser, nicht nur das Aussehen der Seite.
  • Anzeigen in sozialen Netzwerken. Werbung für Abnehmspritzen, Potenzmittel oder Wundermittel führt häufig auf Shops ohne Registereintrag.
  • Lockpreise für knappe Medikamente. Wenn ein Mittel in Apotheken schwer zu bekommen ist, tauchen schnell Angebote auf, die es angeblich sofort liefern können.
  • Gefälschte Bewertungen. Viele begeisterte Kundenstimmen auf der Shopseite selbst sagen nichts. Sie lassen sich nicht überprüfen.

Sonderfall Telemedizin und Online-Rezept

Seit 2018 dürfen Ärztinnen und Ärzte in Deutschland unter bestimmten Bedingungen auch ausschließlich aus der Ferne behandeln. Daraus sind Plattformen entstanden, über die Sie nach einem Online-Fragebogen oder einer Videosprechstunde ein Rezept erhalten. Seriöse Angebote nennen die behandelnden Ärztinnen und Ärzte und die Kammer, bei der sie registriert sind, lehnen ungeeignete Anfragen ab und geben das Rezept an eine registrierte Apotheke weiter.

Vorsicht ist geboten, wenn ein Shop Arzneimittel verkauft und das „Rezept“ nur ein Kästchen im Bestellprozess ist. Dann gibt es keine ärztliche Prüfung, sondern nur einen Vorwand. Wie wir Telemedizin-Anbieter einordnen, zeigen unsere Tests.

Wenn Sie schon bestellt haben

  1. Nicht einnehmen. Mittel aus einer unklaren Quelle nehmen Sie nicht ein. Haben Sie bereits etwas eingenommen und Beschwerden, wenden Sie sich an Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder im Notfall an die 112.
  2. Zahlung zurückholen. Bei Kreditkarte oder Lastschrift kontaktieren Sie Ihre Bank, bei Zahlungsdiensten den Käuferschutz.
  3. Anzeige erstatten. Die Polizei nimmt Anzeigen auch online über die Internetwachen der Länder entgegen.
  4. Beweise sichern. Screenshots der Website, Bestellbestätigung, E-Mails und Zahlungsbelege aufbewahren.
  5. Restbestände entsorgen. Nicht in die Toilette, sondern über den Hausmüll oder die Apotheke, je nach Regel Ihrer Gemeinde.

Seriöse Anbieter im Überblick

Die Versandapotheken in unserem Vergleich sind registrierte Apotheken, deren Konditionen wir regelmäßig prüfen. Wie wir Online-Angebote rund um Medikamente bewerten, auch Telemedizin-Plattformen, zeigen die Tests. Grundlagen zu Erlaubnis, Bestellung und Rückgabe erklärt der Ratgeber Versandapotheken.

Diese Seite ersetzt keine rechtliche oder medizinische Beratung. Bei Fragen zu einem Medikament wenden Sie sich an Ihre Apotheke, Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

Häufige Fragen

Fragen und Antworten

Reicht es, wenn das EU-Sicherheitslogo auf der Seite zu sehen ist?
Nein. Das Logo lässt sich leicht kopieren. Entscheidend ist der Link dahinter: Er muss auf das offizielle Register führen, und dort muss die Apotheke mit genau der Internetadresse stehen, auf der Sie bestellen wollen.
Ist eine Versandapotheke aus den Niederlanden seriös?
Das kann sie sein. Mehrere große Anbieter für den deutschen Markt sitzen in den Niederlanden. Ihr Logo führt dann zum niederländischen Register. Prüfen Sie dort den Eintrag genauso wie bei einer deutschen Apotheke.
Was tue ich, wenn ich bei einem Fake-Shop bestellt habe?
Nehmen Sie gelieferte Mittel nicht ein. Wenden Sie sich bei bereits eingenommenen Mitteln und Beschwerden an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt. Kontaktieren Sie Ihre Bank oder den Zahlungsdienst wegen einer Rückbuchung und erstatten Sie Anzeige bei der Polizei. Auch die Verbraucherzentrale hilft weiter.
Sind Online-Arztpraxen mit Rezept seriös?
Telemedizin ist in Deutschland erlaubt, und es gibt seriöse Plattformen. Ein Fragebogen, der automatisch zu einem Rezept führt, ohne dass eine namentlich genannte, zugelassene Ärztin oder ein Arzt erkennbar ist, ist dagegen ein Warnzeichen.

Zuletzt überarbeitet am 26. Oktober 2026. Die Inhalte dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Fehler entdeckt? Hinweis an die Redaktion.