Black Friday in Online-Apotheken: so erkennen Sie echte Rabatte
Streichpreise, 30-Tage-Regel und Vorratskäufe: worauf es bei Aktionen in Versandapotheken ankommt.
Black Friday ist auch bei Versandapotheken angekommen. Ob ein Angebot wirklich günstig ist, zeigt aber nicht der Prozentwert auf dem Banner, sondern der Endpreis im Vergleich zu den Wochen davor und zu anderen Shops. Diese Seite erklärt, welche Rabattangaben aussagekräftig sind, was die 30-Tage-Regel bedeutet und welche Produkte grundsätzlich nicht rabattiert werden.
Wann Black Friday 2026 ist
Black Friday ist der Freitag nach Thanksgiving in den USA, 2026 also der 27. November. Viele Shops beginnen mit Aktionen schon Tage vorher und nennen das Black Week, manche verlängern bis zum Cyber Monday am 30. November. Für Versandapotheken fällt die Zeit mitten in die Erkältungssaison, deshalb stehen Erkältungsmittel, Immunprodukte und Pflegeartikel oft im Mittelpunkt.
Welche Produkte überhaupt rabattiert werden
| Produktgruppe | Aktionen möglich? | Hinweis |
|---|---|---|
| Verschreibungspflichtige Arzneimittel | nein | einheitlicher Abgabepreis |
| Rezeptfreie Arzneimittel | ja | Preise sind frei, viele Shops begrenzen Abgabemengen |
| Kosmetik und Pflege | ja | häufig die größten Prozentrabatte |
| Nahrungsergänzungsmittel | ja | Preis pro Tagesdosis vergleichen |
| Medizinprodukte und Geräte | ja | mit Preisen im allgemeinen Handel vergleichen |
| Säuglingsnahrung | teils ausgeschlossen | Bedingungen der Aktion lesen |
Bei rezeptfreien Arzneimitteln gilt eine Besonderheit: Apotheken müssen auf Fehlgebrauch und übermäßigen Verbrauch achten. Viele Versandapotheken begrenzen deshalb die Menge pro Bestellung bei bestimmten Mitteln, etwa bei Schmerzmitteln. Das ist kein Ärgernis, sondern Teil der Apothekenpflicht.
Streichpreise richtig lesen
Der häufigste Trick bei Rabattaktionen ist ein großzügiger Vergleichspreis. In Versandapotheken stehen neben dem Angebotspreis meist drei mögliche Bezugsgrößen:
UVP. Die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers. Viele Shops verkaufen das ganze Jahr deutlich darunter. Ein Rabatt gegenüber der UVP sagt deshalb wenig über die Aktion aus.
AVP. Der Apothekenverkaufspreis ist ein Referenzpreis für rezeptfreie Arzneimittel, der sich an der früheren Preisberechnung orientiert. Auch hier gilt: Versandapotheken liegen fast immer darunter, das ganze Jahr über.
Bisheriger eigener Preis. Nur ein Vergleich mit dem Preis, den der Shop selbst zuvor verlangt hat, zeigt, ob die Aktion wirklich etwas spart.
Die 30-Tage-Regel
Seit Mai 2022 schreibt die Preisangabenverordnung vor: Wer gegenüber Verbraucherinnen und Verbrauchern mit einer Preisermäßigung wirbt, muss den niedrigsten Gesamtpreis angeben, den er in den letzten 30 Tagen vor der Ermäßigung verlangt hat. Der Europäische Gerichtshof hat 2024 klargestellt, dass sich auch eine prozentuale Rabattangabe auf diesen niedrigsten Preis beziehen muss.
Die Regel gilt für Rabatte auf den eigenen früheren Preis. Vergleiche mit der UVP fallen nicht darunter, solange sie klar als UVP gekennzeichnet sind. Achten Sie deshalb darauf, worauf sich ein Prozentwert bezieht. Steht neben dem Angebot „UVP“ oder „AVP“, ist der Rabatt kein Hinweis darauf, dass das Produkt günstiger ist als letzte Woche.
Echte Rabatte erkennen: die Prüfliste
Vor dem Kauf in drei Schritten
- Bezugspreis prüfen: Steht neben dem Prozentwert der niedrigste Preis der letzten 30 Tage, die UVP oder der AVP?
- Endpreis vergleichen: Das Produkt per Pharmazentralnummer in zwei weiteren Shops suchen, inklusive Versandkosten
- Bedarf prüfen: Würden Sie das Produkt auch ohne Rabatt in den nächsten Monaten kaufen?
Für den zweiten Schritt ist die Pharmazentralnummer das wichtigste Werkzeug. Sie steht für genau eine Packung eines Herstellers und verhindert, dass Sie unterschiedliche Packungsgrößen vergleichen. Wie das geht, zeigt der Medikamente-Preisvergleich.
Typische Aktionen und ihr tatsächlicher Wert
Prozent auf alles. Ein Code wie „15 Prozent auf das ganze Sortiment“ klingt großzügig, schließt aber Rezepte, oft bestimmte Marken und manchmal bereits reduzierte Artikel aus. Rechnen Sie nach, welcher Teil Ihres Warenkorbs tatsächlich rabattiert wird.
Ab-Betrag-Rabatte. „Zehn Euro ab 69 Euro“ lohnt sich nur, wenn Sie den Betrag ohnehin erreichen. Wer für den Rabatt zusätzlich einkauft, gibt meist mehr aus, als er spart.
Gratiszugaben. Proben oder Kosmetiktaschen ab einem Bestellwert sind ein netter Bonus, aber kein Preisvorteil.
Versandkostenfrei ohne Mindestbestellwert. Für kleine Bestellungen oft die wertvollste Aktion, weil die Versandkosten bei einer einzelnen Packung mehr ausmachen können als jeder Prozentrabatt.
Mehrfachpunkte. Bonusprogramme vergeben in Aktionswochen oft ein Vielfaches der üblichen Punkte. Der Wert bleibt trotzdem meist im niedrigen einstelligen Prozentbereich.
So bereiten Sie sich vor
Wer am Black Friday wirklich sparen will, beginnt einige Wochen vorher. Ohne Ausgangswerte lässt sich nicht beurteilen, ob ein Angebot günstig ist.
- Einkaufsliste schreiben. Notieren Sie, was Sie in den nächsten Monaten tatsächlich brauchen: Produkte für die Hausapotheke, Pflegeartikel, regelmäßig gekaufte rezeptfreie Mittel. Am besten mit Pharmazentralnummer.
- Preise festhalten. Schauen Sie Anfang oder Mitte November nach, was diese Produkte in zwei bis drei Versandapotheken kosten, und notieren Sie den Endpreis inklusive Versand.
- Newsletter prüfen. Viele Shops verschicken Aktionscodes zuerst an Abonnentinnen und Abonnenten. Wer sich nur für die Aktion anmeldet, kann den Newsletter danach wieder abbestellen.
- Am Aktionstag vergleichen. Liegt der Aktionspreis unter Ihrem notierten Endpreis, ist das Angebot echt. Liegt er nur unter der UVP, nicht.
- Warenkorb nicht aufblähen. Bleiben Sie bei der Liste. Ein Zusatzartikel, der den Mindestbestellwert erreichen soll, ist nur dann ein Gewinn, wenn Sie ihn ohnehin gekauft hätten.
Dieselbe Vorbereitung lohnt sich übrigens für andere Aktionszeiträume wie Sommer- oder Neujahrsaktionen. Der Black Friday ist bei Versandapotheken nicht zwingend der günstigste Tag des Jahres.
Vorratskauf mit Augenmaß
Black Friday verleitet zu Vorratskäufen. Bei Arzneimitteln ist das nur begrenzt sinnvoll. Prüfen Sie das Verfallsdatum, das bei Versandapotheken nicht immer vor dem Kauf sichtbar ist, und lagern Sie Arzneimittel trocken und bei Raumtemperatur, sofern die Packungsbeilage nichts anderes vorgibt. Ein sinnvoller Anlass ist es, die Hausapotheke durchzusehen und gezielt zu ergänzen, was fehlt oder abgelaufen ist.
Nicht sinnvoll ist es, Mittel auf Vorrat zu kaufen, die Sie nur gelegentlich brauchen, oder große Packungen von Schmerzmitteln, die ohne ärztlichen Rat nur kurz angewendet werden sollen.
Gutschein, Aktion oder einfach der günstigste Shop?
Am Black Friday gilt dieselbe Regel wie im Rest des Jahres: Entscheidend ist der Endpreis Ihres Warenkorbs. Ein Shop mit dauerhaft niedrigen Preisen kann ohne Aktion günstiger sein als ein anderer mit 20 Prozent Rabatt auf hohe Ausgangspreise. Wie sich einmalige Rabatte und Dauerpreise gegeneinander rechnen, zeigt der Ratgeber Neukundengutschein oder Dauertiefpreis.
Welche Gutscheinarten einzelne Versandapotheken anbieten und welche Ausschlüsse typisch sind, steht auf den Anbieterseiten, etwa zum medpex-Gutschein und zum Mediherz-Gutschein. Die Übersicht aller Anbieter finden Sie unter Gutscheine für Online-Apotheken.
Hinweis: Wir nennen keine konkreten Black-Friday-Angebote, weil sie kurzfristig wechseln. Die aktuellen Bedingungen stehen im jeweiligen Shop. Bei Fragen zur Anwendung eines Arzneimittels lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie in Ihrer Apotheke.
Fragen und Antworten
- Wann ist Black Friday 2026?
- Black Friday ist der Freitag nach dem US-Feiertag Thanksgiving, 2026 also der 27. November. Viele Shops ziehen Aktionen über eine ganze Black Week oder bis zum Cyber Monday am 30. November.
- Gibt es am Black Friday Rabatt auf Rezeptmedikamente?
- Nein. Für verschreibungspflichtige Arzneimittel gilt ein einheitlicher Abgabepreis. Aktionen und Gutscheine gelten nur für rezeptfreie Arzneimittel, Kosmetik, Pflege und Nahrungsergänzung.
- Was bedeutet die 30-Tage-Regel bei Rabatten?
- Wirbt ein Händler mit einer Preisermäßigung gegenüber seinem eigenen früheren Preis, muss er als Bezug den niedrigsten Preis angeben, den er in den letzten 30 Tagen verlangt hat. Ein kurz vor der Aktion angehobener Preis darf also nicht als Ausgangspreis dienen. Vergleiche mit einer unverbindlichen Preisempfehlung fallen nicht unter diese Regel.
- Lohnt es sich, am Black Friday Medikamente auf Vorrat zu kaufen?
- Nur in Maßen. Arzneimittel haben ein Verfallsdatum und müssen richtig gelagert werden. Sinnvoll ist ein Vorrat für die Hausapotheke oder für Produkte, die Sie regelmäßig brauchen, nicht der Kauf großer Mengen wegen eines Rabatts.
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Zuletzt überarbeitet am 26. Oktober 2026. Die Inhalte dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche oder pharmazeutische Beratung. Fehler entdeckt? Hinweis an die Redaktion.